22.10.2026

Energie mit Heimvorteil

Die Energiewende beginnt direkt vor unserer Haustür: auf kommunalen Dächern, in Unternehmen und öffentlichen Gebäuden. Doch wie lässt sich der dort erzeugte Solarstrom möglichst gut vor Ort nutzen? Und wie können Menschen an der Energieversorgung ihrer Region teilhaben?

Diesen Fragen widmen wir uns gemeinsam mit dem Institut für die Transformation des Energiesystems (ITE) der Fachhochschule Westküste und den Pilotkommunen Kiel und Plön. Wir untersuchen innovative Versorgungsmodelle wie Energy Sharing und Strombilanzkreise und entwickeln daraus praxisnahe Konzepte, mit denen Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften die lokale Stromversorgung gemeinsam gestalten können.

Dabei verbinden wir unsere Erfahrung aus der Bürgerenergie mit wissenschaftlicher Begleitung. Gemeinsam mit den Kommunen bringen wir relevante Akteure zusammen und prüfen, welche Modelle technisch und wirtschaftlich umsetzbar sind und wie Bürgerinnen und Bürger sich beteiligen können.

Das Projekt wurde im Rahmen von CommunitE-Innovation ausgewählt. Die Initiative wird vom Bündnis Bürgerenergie e. V. (BBEn) und dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gemanagt und stärkt die bundesweite Bürgerenergie-Community. Ziel ist es, neue und bestehende Konzepte der gemeinschaftsgetragenen Energieversorgung weiterzuentwickeln und Wissen für weitere Kommunen und Energiegenossenschaften nutzbar zu machen. Finanziert wird das Projekt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Die Relevanz des Projekts wird durch aktuelle bundespolitische Entwicklungen zusätzlich unterstrichen. Mit dem Auslaufen zentraler Fördermechanismen gewinnt die lokale Nutzung erneuerbarer Energien zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig haben Urteile des EuGH (2024) und BGH (2025) die regulatorische Grundlage der Kundenanlage für Quartierskonzepte genommen. Geopolitische Unsicherheiten führen zu steigenden Energiepreisen. Kommunen stehen unter Druck, gesetzliche Vorgaben wie die Solarpflicht umzusetzen und Klimaschutzziele zu erreichen. Häufig fehlen jedoch personelle Kapazitäten, fachliches Know-how sowie finanzielle Ressourcen für eine eigenständige Umsetzung. Vorortversorgungskonzepte mit Bürgerbeteiligung können Lösungen für diese Spannungsfelder anbieten.

In den kommenden 18 Monaten wollen wir konkrete Geschäftsmodelle und lokale Stromangebote entwickeln und die Ergebnisse in einem praxisorientierten Leitfaden aufbereiten. So sollen auch andere Städte und Gemeinden von unseren Erfahrungen profitieren.

Unser Ziel: mehr erneuerbarer Strom für die Region, mehr lokale Wertschöpfung und mehr Energiewende in Bürgerhand.

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