Energie aus Bürgerhand: Grüner Strom für den Sportverein TuS Holtenau
Energiewende-Staaatssekretär Joschka Knuth besucht BEN-Projekt in Kiel: Der Sportverein TuS Holtenau bezieht seit Ende 2025 Solarstrom vom eigenen Dach.
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Stell dir vor, du gehst morgens in die Küche, setzt Wasser für Kaffee auf – und der Strom dafür kommt direkt aus „deiner“ Solaranlage ein paar Kilometer weiter. Nicht, weil du zufällig daneben wohnst oder ein eigenes Dach mit Solaranlage hast. Sondern weil du Teil einer Gemeinschaft bist, die ihren Strom miteinander teilt.
Genau diese Idee steckt hinter Energy Sharing. Und genau das wollen wir bei BEN jetzt im Norden praktisch ausprobieren.
Viele von uns kennen das Gefühl:
Die Energiewende passiert überall – neue Windparks, Solarfelder, Stromtrassen. Aber im Alltag fühlt sie sich oft weit weg an. Man zahlt seine Stromrechnung, denkt kurz über Preise nach, und das war’s.
Dabei steckt in erneuerbaren Energien so viel mehr als nur Technik. Es steckt die Chance darin, dass Menschen selbst Teil der Lösung werden können. Nicht nur als Zuschauerinnen, sondern als Mitmacherinnen.
Energy Sharing macht das greifbar:
Es bringt die Energie dorthin zurück, wo sie erzeugt wird – in die Region und zu den Menschen.
Ganz einfach gesagt:
Eine Gruppe von Menschen oder Organisationen erzeugt gemeinsam Strom, z.B. aus Wind oder Sonne. Und dieser Strom kann dann innerhalb der Gemeinschaft genutzt werden – fair verteilt, transparent abgerechnet und regional verankert.
Das Besondere:
Energy Sharing funktioniert auch für Leute, die nicht selbst eine Anlage besitzen können oder in eine Energieerzeugungsanlage in der Nähe investiert haben und diesen Strom beziehen möchten. Also z.B. für
Mitglieder einer Energiegenossenschaft
Haushalte ohne passende Fläche
Menschen, die trotzdem regionalen Ökostrom nutzen möchten
Damit wird Bürgerenergie nochmal ein Stück inklusiver.
In anderen europäischen Ländern ist Energy Sharing längst Realität. In Deutschland dagegen ist es bisher eher eine Zukunftsidee – vor allem, weil Regeln, Technik und Strukturen noch nicht richtig zusammenpassen.
Und genau das hat uns als BEN nicht losgelassen:
Warum sollte gemeinschaftlich erzeugter Strom nicht auch gemeinschaftlich genutzt werden können?
Also haben wir gesagt: Wir probieren es aus. Im echten Leben. Hier im Norden.
Unser Pilot ist Teil eines geförderten Projekts namens SkIES – Skalierbare Integration von Energy Sharing.
Der Name klingt technisch, aber die Frage dahinter ist sehr konkret:
Was braucht es, damit Energy Sharing in Deutschland wirklich möglich wird – und zwar nicht nur als Einzelfall, sondern als Modell für viele Regionen?
Im Projekt untersuchen wir drei große Baustellen:
Wir schauen: Welche Modelle funktionieren? Wie müssen Energie-Gemeinschaften aufgebaut sein, damit sie dauerhaft tragfähig sind? Und was können wir von Ländern lernen, die schon weiter sind?
Energy Sharing ist nur dann sinnvoll, wenn es unkompliziert läuft. Dafür braucht es Technik, die sauber misst, verteilt und abrechnet – und sich in unsere bestehenden Netze einfügt. Dies möchten wir auch im Norden mit unseren Netzbetreibern schaffen. Dafür braucht es Praxisbeispiele. Und diese liefern wir.
Der vielleicht wichtigste Punkt: In Deutschland fehlt noch ein passender Rechtsrahmen. Wir klären, welche Regeln heute gelten, wo es hakt und welche Anpassungen nötig wären, damit Energy Sharing offiziell umgesetzt werden kann.
Kurz:
SkIES soll die Brücke bauen zwischen guter Idee und praktischer Realität.
Für uns ist Energy Sharing kein „nice to have“. Es ist ein logischer nächster Schritt der Bürgerenergie.
Denn wenn wir wollen, dass die Energiewende breit getragen wird, dann müssen Menschen sie auch nutzen und erleben können. Nicht irgendwann, sondern bald.
Energy Sharing kann genau das ermöglichen:
erneuerbarer Strom bleibt in der Region
lokale Gemeinschaften profitieren direkt
Energiewende wird verständlicher, sichtbarer, teilbarer
Und vielleicht am wichtigsten:
Die Energiewende bekommt ein neues Wir-Gefühl.
In den kommenden Monaten starten wir mit der Pilotumsetzung hier im Norden. Wir testen Energy-Sharing-Ansätze in der Praxis, sammeln Erfahrungen und machen sichtbar, was funktioniert – und was noch geändert werden muss.
Wir werden euch dabei mitnehmen und regelmäßig berichten.
Denn Energy Sharing lebt von Gemeinschaft. Und wir wollen diese Gemeinschaft Schritt für Schritt aufbauen.
Bleibt dran – wir freuen uns aufs Teilen. 🌿⚡Weitere Infos zum SkIES Projekt gibt es hier.

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